Jagdkultur- ein lebendiges Kulturerbe

Jagdkultur ein lebendiges Kulturerbe.

Jagd ist ein historisches Grundrecht und ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz sowie ein in Jahrtausenden gewachsenes Kulturgut.

Entsprechend umfangreich sind daher Nachweise aus allen Epochen über Art und Qualität der Jagdausübung. In den wunderbaren Höhlenmalereien des Cro-Magnon-Menschen aus der Zeit vor 40.000 Jahren kann man zum ersten Mal eine Jagdkultur erkennen. Die Geschichte des Menschen ist daher untrennbar mit den Gebräuchen der Jagd verbunden.

Die reichhaltig überlieferten jagdlichen Kulturschätze verschaffen uns einerseits aussagekräftige Informationen über den Entwicklungsstand von Kultur und Gesellschaftsformen unserer Vorfahren, andererseits gilt es diesen Nachlass entsprechend sorgsam zu verwalten.

Die Weidmannsprache ist eine bildliche Sprache. Sie drückt aus, was die Natur uns zeigt, zum Beispiel heißt der spitze Schnabel der Waldschnepfe „Stecher“. Der Nachwuchs des Wildschweines heißt „Frischling“ und wer sich schon einmal den Fuß einer Ente näher angesehen hat, versteht warum er in der Weidmannssprache „Ruder“ heißt.

Jagdhornbläser

Auch das Jagdhorn ist als Signalgeber bei der Jagd heute noch im Einsatz und ist ein wohlklingendes Musikinstrument. Natürlich sind auch altehrwürdige Gebäude – etwa die Hermesvilla im ehemals kaiserlichen Jagdgebiet Lainzer Tiergarten der Jagd gewidmet worden. Hubertusmessen drücken auch die Hochachtung des Jägers gegenüber Tier und Natur aus.

Jagdausübung bedeutet neben Freude am Weidwerk, auch die Verpflichtung zur Bewahrung des großen Kulturerbes unserer Gesellschaft. Die Jagd steht vor allem im Dienste der Erhaltung der Natur und erfüllt ein wichtiges gesellschaftliches Erfordernis unserer Zeit.

Abseits von Diskussionen im Spannungsfeld gesellschaftspolitischen Kalküls genießen die anspruchsvollen Traditionen um unsere mannigfaltigen Arten der Jagdausübung, sei es mit Hunden, Greifvögeln, als Jagdgesellschaft oder als Einzelpersonen, internationale Beachtung und Anerkennung.

So wurde die Falknerei von der UNESCO als eine von zwei österreichischen Traditionen in die „internationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen.

Jagdkultur kennt als Basis für Jagdausübung:

  • Moralische Regeln (Weidgerechtigkeit)
  • Traditionelle Sitten und Bräuche (Jagdliches Brauchtum)
  • Handwerkliche Kenntnisse und Fertigkeiten
  • Verarbeitung von Jagderlebnissen in Literatur, Kunst und Musik (Kulturelle Schöpfungen)

Die Bräuche finden nicht nur in Kleidung und Sprache, sondern im Besonderen im Handeln des Jägers (Umgang mit dem erlegten Wild, Tage der Jagdruhe ect.) ihren Ausdruck.

Nach dem jagdlichen Brauchtum ist an einigen Tagen im Jagdjahr das Jagen verpönt. Diese Regelung wurde wieder aufgehoben, geblieben ist aber aus Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle der Verzicht auf die Jagd an folgenden Tagen:

  • Karfreitag
  • Ostersonntag
  • Pfingstsonntag *)
  • Allerheiligen
  • Allerseelen *)
  • Christtag
  • Neujahrstag

*) wird landesweit unterschiedlich gehandhabt).

Am 24. Dezember ist maximal eine kleine Vormittagsjagd erlaubt. Am Nachmittag sollte kein Jagdbetrieb mehr stattfinden.

Der Schutzpatron der Jägerschaft ist der Heilige Hubertus, dessen Gedenktag am 3. November ist. Ihm zu Ehren und als Zeichen besonderer Ehrfurcht vor der Schöpfung wurden zahlreiche Hubertus Denkmäler errichtet und mit Hubertusmessen der Jagdgesellschaften an diesen Tag gefeiert. Hubertusmessen drücken die Einstellung des Jägers zu Tier und Natur aus: Respekt und Dankbarkeit.